Wasserwerk-Bau ist auf der Zielgeraden
Marburg. Die Stadtwerke Marburg befinden sich mit dem Bau ihres neuen Wasserwerks auf der Zielgeraden. Anfang Januar 2026 wurde das neue Wasserwerk in den Vollbetrieb und das alte Wasserwerk schrittweise außer Betrieb genommen. Im Laufe des Frühjahrs werden noch Restarbeiten durchgeführt, bevor der Neubau dann komplett fertiggestellt ist. Insgesamt haben die Stadtwerke Marburg rund 11,5 Millionen Euro in das neue Wasserwerk investiert. Damit gewährleistet das kommunale Unternehmen eine nachhaltige und sichere Versorgung von Marburgs Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser für die Zukunft.
„Trinkwasser ist im Alltag für uns alle selbstverständlich – und gleichzeitig unser wertvollstes und wichtigstes Lebensmittel. Wir müssen verantwortlich mit dieser für uns alle elementaren Ressource umgehen. Mit dem neuen Wasserwerk leistet Marburg einen wichtigen Beitrag dazu, dass gutes und sauberes Wasser auch für kommende Generationen zur Verfügung steht“, sagt Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Nadine Bernshausen.
„Die zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser ist eine der wichtigsten Aufgaben der Daseinsvorsorge. Daher investieren wir jetzt und in den kommenden Jahren weiterhin kontinuierlich in unsere Wasserinfrastruktur. Der Wasserwerk-Neubau ist ein wichtiger Baustein“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Bernhard Müller. „Mit unseren Investitionen übernehmen wir Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Dabei geht es nicht nur um Versorgungssicherheit, sondern auch um Klimafolgenanpassung.“
Der Bau ist so weit fortgeschritten, dass das Wasserwerk nun in den Vollbetrieb genommen werden konnte. Bereits im September 2025 konnte es dank des guten Baufortschritts in den Teilbetrieb gehen. Der dritte noch fehlende Aktivkohlefilter zieht im März vom alten in das neue Wasserwerk um. Anschließend wird dessen Elektrotechnik fertiggestellt und die Fassadenöffnung geschlossen.
Die Planungen für den Bau des neuen Wasserwerks starteten bereits 2018. Der Bau selbst begann dann im Juni 2023. Das neue Wasserwerk wurde wegen der bereits vorhandenen Infrastruktur direkt neben dem alten Wasserwerk errichtet.
Zum Hintergrund: Wasserversorgungskonzept der Stadtwerke Marburg
Die Stadtwerke Marburg verfolgen unterschiedliche Maßnahmen, um die Wassergewinnung und -versorgung in Marburg nachhaltig und sicher zu gestalten. Dazu gehört z. B. der Neubau des Wasserwerks Wehrda und nicht zuletzt die stete Sanierung des Marburger Wassernetzes – vom Leitungsbau über Behälter- und Leitungserneuerungen bis hin zu technischen Neuerungen. Damit die Wasserversorgung für Marburg sicher bleibt, folgen die Stadtwerke Marburg einem Konzept, das je nach Entwicklung fortlaufend angepasst wird. Dies geschieht insbesondere auch mit Blick auf den Klimawandel. Durch eine breite Aufstellung der Wasserversorgung können die einzelnen Gewinnungsanlagen möglichst gleichmäßig genutzt werden. Das schont einzelne Wasserreservoirs und dient im Zusammenspiel mit weiteren Maßnahmen der sogenannten Härtung der Trinkwasserversorgung. Die aktuellen Bestandteile des Wasserversorgungskonzepts sind unter anderem:
• Geplanter Neubau des Wasserwerks Wehrda
• Optimierung von Quellfassungen und Brunnen
• Sanierung der Hochbehälter
• Kontinuierliche Sanierungen des gesamten Wassernetzes
• der abgeschlossene Bau zusätzlicher Wassertransportleitungen als weitere Maßnahmen zur Sicherstellung der Wasserversorgung der Marburger Kernstadt
• Substitution von Trinkwasser durch Nichttrinkwasser: Gemeint ist die zunehmende Verwendung von sogenanntem Brauchwasser (erfüllt keine Trinkwasserqualität), wo kein Trinkwasser benötigt wird. Das betrifft beispielsweise die Bewässerung zur Blumen- und Landschaftspflege. Aktuell läuft ein gemeinsames Projekt mit der Philipps-Universität Marburg und Kommunen im Landkreis Marburg-Biedenkopf, bei welchem weitere Brauchwasserquellen und weiterer Brauchwasserbedarf im Landkreis identifiziert werden sollen.
• Sensibilisierung der Bevölkerung für den verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser (Förderprogramme, Wasserspartipps, Blue Community)
• Die Erschließung neuer Grundwasserquellen