Stadtwerke Marburg beschaffen 12 neue Elektrobusse

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 10,3 Millionen Euro. Künftig sind auch E-Gelenkbusse in Marburg unterwegs.

Elektrobusse auf dem Betriebshof der Stadtwerke Marburg. Das kommunale Unternehmen verstärkt seine Flotte mit weiteren E-Bussen. Foto: Georg Kronenberg, i. A. d. Stadtwerke Marburg.

Marburg. Die Stadtwerke Marburg verstärken ihre Flotte mit weiteren Elektrobussen. Aktuell beschafft das kommunale Unternehmen schrittweise zwölf neue E-Busse bis Mitte des Jahres 2028. 

Bestellt sind sieben E-Solo-Busse in Standardgröße und erstmals fünf E-Gelenkbusse. Somit sind auf Marburgs Straßen künftig auch Gelenkbusse mit Elektroantrieb unterwegs, die aufgrund ihrer größeren Kapazität noch mehr Fahrgäste befördern können. 

„Mit künftig 24 E-Bussen modernisieren wir unseren Nahverkehr konsequent weiter. Fünf neue vollelektrische Gelenkbusse können künftig auch auf stark nachgefragten Linien mehr Fahrgäste leise und lokal emissionsfrei befördern. Davon profitieren die Fahrgäste ebenso wie unser Fahrpersonal: durch weniger Lärm, mehr Komfort und bessere Luft. Das macht den ÖPNV in Marburg attraktiver und ist zugleich gut für die Lebensqualität hier vor Ort”, sagt Aufsichtsratsvorsitzende und Bürgermeisterin Nadine Bernshausen.

Künftig 24 E-Busse 

Derzeit verkehren in Marburg bereits sechs E-Standardbusse und fünf kleinere E-Midi-Busse. Ein weiterer E-Standardbus befindet sich aktuell im Zulauf. Mit dem geplanten Zuwachs von zwölf weiteren Fahrzeugen verdoppelt sich diese Zahl. Somit kann die Stadtwerke-Tochter Marburger Verkehrsgesellschaft mbH (MVG) künftig auf insgesamt 24 Elektrobusse zurückgreifen.

„Mit den neuen E-Bussen sind dann mehr als 40 Prozent des Regelverkehrs elektrifiziert”, erklärt MVG-Geschäftsführer Wolfgang Otto.

Bis Ende des Jahres wollen die Stadtwerke zudem den ersten Pantograph-Lademast in Betrieb nehmen. Ein solcher Lademast soll erstmals in der Sankt-Martin-Straße errichtet werden. 

„Der Pantograph, ein Ladearm auf dem Dach des Busses, fährt in Sekundenschnelle automatisch aus und verbindet sich mit der Ladehaube des Lademasts. Dadurch können unsere E-Busse auch im laufenden Linienbetrieb kurzzeitig mit Energie versorgt werden, was die ohnehin schon gute Reichweite und Flexibilität der E-Busse erheblich verbessert”, verdeutlicht MVG-Geschäftsführer Wolfgang Otto.     

E-Bus-Unterhalt auf Dauer günstiger

Für die zwölf neuen E-Busse rechnen die Stadtwerke mit Investitionskosten in Höhe von rund 8,9 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 1,4 Millionen Euro für die notwendige Ladeinfrastruktur. Beschaffung und Infrastruktur werden mit einer Förderung in Höhe von insgesamt 1,4 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. 

Bei der Neubeschaffung haben die Stadtwerke die Wirtschaftlichkeit genau im Blick. „Wir gehen den Weg der Elektrifizierung des Nahverkehrs Schritt für Schritt. In nächster Zeit scheiden Busse aus Altersgründen aus und werden durch die neuen E-Busse ersetzt, die mit Öko-Strom geladen werden”, beschreibt Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Bernhard Müller das aktuelle Vorgehen. 

In der Anschaffung sind E-Busse im Vergleich zu Dieselbussen teurer. Wie Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Armbrüster erklärt, rechnet sich die E-Busstrategie des kommunalen Unternehmens aber auf lange Sicht. „Mit Blick auf die erwartbaren Energie- und Wartungskosten sind Elektrobusse günstiger als Dieselbusse. Über die Lebensdauer betrachtet liegt der finanzielle Vorteil bei den Elektrobussen”, sagt Geschäftsführer Holger Armbrüster. 

Kein Busbetriebshof auf der Liegenschaft „Krekel Süd“

Die neuen E-Busse und die dazugehörige Ladeinfrastruktur werden auf dem Stadtwerke-Betriebshof Am Krekel untergebracht. Die Möglichkeit eines Betriebshof-Neubaus auf der Liegenschaft „Krekel Süd” zwischen Südspange und Bahnlinie ziehen die Stadtwerke nach gründlicher Prüfung nicht mehr in Erwägung. Hintergrund ist, dass die Verkehrssituation auf der Südspange für einen Busbetriebshof ungeeignet ist. Stattdessen sucht das kommunale Unternehmen nach anderen Lösungen für einen Neubau.