Aus Kunden werden Solarstromlieferanten

Stadtwerke Marburg unterstützen Solaranlagenbetreiber mit neuem Vergütungsmodell

Foto: Marisa Porrey, Stadtwerke Marburg

Nach 20 Jahren läuft Anfang 2021 der staatliche Förderzeitraum für die ersten Photovoltaik-Anlagen in Deutschland ab. Diese Anlagen erhalten somit keine EEG-Vergütung mehr. Da es bislang keine gesetzliche Nachfolgeregelung gibt, die einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb ermöglicht, stehen Solaranlagenbetreiber nun vor der Frage, wie und ob ihre Photovoltaik-Anlagen weiterhin betrieben werden können. Die Stadtwerke Marburg haben für Betreiber von Solaranlagen ein neues, attraktives Produkt entwickelt, um einen unkomplizierten und wirtschaftlichen Weiterbetrieb zu ermöglichen. Für die Solaranlagenbetreiber, die als Pioniere mit ihren Anlagen die Anfänge der Energiewende mitgestalteten, soll der Weiterbetrieb damit attraktiv bleiben. „Vor allem das Abschalten der Anlagen möchten wir vermeiden, denn sie liefern weiterhin wertvollen Solarstrom und sind ein wichtiger Baustein der Energiewende, weil sie zur CO2-Einsparung beitragen – zudem bleibt so der Anteil an regional erzeugtem Ökostrom erhalten“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Armbrüster.

Das Prinzip des neuen Stadtwerke-Produkts ist einfach: Das kommunale Unternehmen kauft den Anlagenbetreibern den erzeugten Strom ab und vergütet ihn für sechs Cent pro Kilowattstunde. Gesetzlich vorgesehen ist eine sogenannte „Auffanglösung“, bei der die Betreiber aktuell ca. 2 bis 3 Cent pro Kilowattstunde erhalten sollen. Dieser Betrag macht den Hauptteil der Kleinstanlagen allerdings unrentabel. „Mit unserem neuen Angebot vergüten wir die Kilowattstunde doppelt so hoch wie vorgegeben und möchten damit aktiv die gemachten Fortschritte in der Energiewende unterstützen“, so Holger Armbrüster weiter.

Voraussetzung ist, dass die Anlage ab dem nächsten Jahr aus der staatlichen Förderung fällt und der Anlagenbetreiber Stromkunde bei den Stadtwerken Marburg ist. „Dies ist für den Kunden und uns nur konsequent, denn neben dem regenerativ erzeugten Strom aus seiner Anlage erhält der Kunde, wenn die Sonne mal nicht scheint, unseren Ökostrom“, so Holger Armbrüster abschließend.

Noch ein Hinweis: Die Anmeldung beim zuständigen Netzbetreiber, dass sich für die Stadtwerke Marburg als sogenannter „Direktvermarkter“ entschieden wurde, muss bis zum 01.12.2020 erfolgen. Dies können die Stadtwerke Marburg gerne übernehmen.

Zu guter Letzt möchten die Stadtwerke Marburg gerne darauf aufmerksam machen, dass eine Umstellung auf Eigenverbrauch als zusätzliche Alternative zur Vergütung durch Einspeisung sehr lohnenswert für die Anlagenbetreiber sein kann, denn dadurch wird der Bezug von Strom zu den entsprechenden Kosten verdrängt. Die Stadtwerke Marburg bieten hierzu vielfältige Beratungsmöglichkeiten und auch Stromspeicherlösungen an und besprechen gerne mit den Kundinnen und Kunden die notwendigen Voraussetzungen. Interessierte können sich gerne bei den Stadtwerken melden unter Tel. 205-317.