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21.10.2014 15:32 Alter: 2 yrs
Kategorie: Unternehmen Unternehmen

Gemeinschaftswindpark Wollenberg wird nicht gebaut

Stadtwerke und Gemeinden halten Wort: Keine Windkraftnutzung zu Lasten der Natur


Seit 2011 befasst sich die Stadtwerke Marburg GmbH gemeinsam mit den beteiligten Kommunen Lahntal, Wetter und Cölbe sowie den Genehmigungsbehörden mit der Realisierung des Gemeinschaftswindparks Wollenberg. Die dafür notwendigen Voruntersuchungen wurden akribisch abgearbeitet, Gutachten beauftragt und die Bürgerinnen und Bürger bei unterschiedlichen Veranstaltungen eingebunden. Die Ende 2013 vorliegenden Untersuchungsergebnisse waren nicht voll befriedigend, um die zu diesem Zeitpunkt von der Genehmigungsbehörde avisierte Genehmigung zu realisieren. Die Stadtwerke Marburg GmbH hat daraufhin die naturschutzrechtlichen Untersuchungen sowohl inhaltlich als auch flächig erweitert, denn es war den Stadtwerken und beteiligten Kommunen von Anfang an wichtig, eine hohe Akzeptanz des Vorhabens zu erreichen. Aus diesem Grund wurden schon sehr früh Bürgerinformationsabende und ein gemeinsamer Spaziergang zu den geplanten Standorten organisiert.

Die bisherige Projektentwicklung des Gemeinschaftswindpark Wollenberg verlief unter strikter Beachtung der naturschutzrechtlichen Anforderungen. Es wurde im Verbund mit Hessen-Forst und den beteiligten Fachbehörden und -planern das geringste erforderliche Maß an Waldinanspruchnahme und Emissionen ermittelt. Die Beschaffenheit des Wollenbergs und die vorhandene Infrastruktur ermöglichten einen Windpark mit sehr großen ökologischen Vorteilen. Auch die Erfordernisse, die sich aus dem Status eines FFH-Gebietes ergeben, wurden von Anfang an in die Planungen einbezogen. Damit wurde bereits unter Zurückstellung ökonomischer Belange zum Schutz von Mensch und Natur auf Standorte mit noch höheren Windgeschwindigkeiten verzichtet. Im Ergebnis entstand der Plan eines optimierten Windparks, der zum Großteil auf vorhandenen Windwurfflächen errichtet werden sollte.

 

Die nunmehr vorliegenden, vertieften Ergebnisse der tierökologischen Untersuchungen schließen jedoch nicht aus, dass es Vorkommen von Mops- und Bechsteinfledermäusen im Bereich des geplanten Windparks gibt. Dieser Sachverhalt hat die Stadtwerke und die beteiligten Kommunen dazu bewogen, die Projektentwicklung des Gemeinschaftswindparks Wollenberg zur Zeit nicht weiter zu betreiben. „Wir halten damit Wort, keine dem Naturschutz zuwiderlaufende Windkraftnutzung an diesem Standort umzusetzen“, erklären die Stadtwerke und die Bürgermeister der Gemeinden Lahntal, Wetter und Cölbe. Nach dem jetzigen Stand der wissenschaftlichen Bewertung sei eine Beeinträchtigung der Fledermausbestände durch den Windpark nicht auszuschließen.

„Wir bedanken uns bei allen beteiligten Akteuren. Ganz besonders gilt es, hier die kommunalen Gremien der Gemeinden Cölbe, Lahntal und Wetter hervorzuheben, welche die Entwicklung des Projekts unterstützt und die Errichtung des Gemeinschaftswindparks Wollenberg befürwortet haben. Die Verantwortlichen haben in allen drei Kommunen viel Zeit und Energie in das Projekt investiert. Trotz der bislang geleisteten Vorarbeiten, der sehr guten Potenziale für eine saubere und klimaschonende Energiegewinnung und der Potenziale für die regionale Wertschöpfung für die beteiligten Kommunen, werden wir das Vorhaben zum Schutz unserer heimischen Region nicht umsetzen“, erklären die Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg und die Bürgermeister der Gemeinden, Lahntal, Wetter und Cölbe gemeinsam.